Ein Wochenende im Erzgebirge

Der letzte Wettkampf im Jahr für die "Großen" ist traditionell der Erzgebirgsschwimmcup in Marienberg, dieses Mal am 2. Dezember ausgetragen. Doch einige Sportler und ein Mannschaftsleiter machten sich bereits einen Tag vorher in drei Autos auf in die Bergstadt, um noch etwas echt erzgebirgisches Weihnachtsmarkt-Feeling mitzunehmen. Bei der Anfahrt ins Erzgebirge erwies sich das Wetter in diesem Jahr als gnädig, und so blieben, anders als im letzten Jahr, alle von Rutschpartien auf den kurvigen Straßen in die Berge verschont. Auf dem Marienberger Weihnachtsmarkt wurde dann genascht, Glühwein und Kinderpunsch getrunken und umherspaziert, bevor es zurück ins Nachtquartier in der nahe der Schwimmhalle gelegenen Schule ging. Nach dem vom Schwimmteam Erzgebirge zubereiteten Abendbrot wurde dann der Abend auf dem Zimmer beim Puzzeln, Wer-bin-ich- und Mafia-Spielen ausklingen gelassen.

Den Wettkampftag läutete dann, passend zum nahegelegenen Nachbarstaat, Jozin z Bazin als Weckermelodie ein. Noch vor dem Frühstück wurden die Sachen gepackt und in den Autos verstaut. Nach der morgendlichen Stärkung machte sich die Truppe dann auf ins Aqua Marien, wo dann auch die restlichen Hainsberger eintrafen und sich zum Einschwimmen erstmals ins Wasser mühten. Mit dabei war auch ein seltener Gast: Bennjamin Sohr a.k.a. Benni oder Benson (aus Hanoi) alias Bonjamin hatte sich dazu entschlossen, seine an der Sportuni in Leipzig angewachsene Kruste mal wieder abzuwaschen. Und da Vorsicht die Mutter der Badehose ist, ging es für ihn auch nur über drei ungefährliche Strecken ins Wasser: 50m Rücken, Brust und Freistil. Allgemein ist Marienberg so ein Wettkampf, bei dem so einige verloren gelaubte Sportler(innen) wieder mal ins Wettkampfgeschehen eingreifen.

Nun zum Sportlichen: die überzeugendsten Leistungen lieferten wohl Maja Rösner (2004), Paula Wachtel (2002), Philipp Ziegenbalg (2002) und - man mag es kaum glauben - Konrad Röhringer (2004) ab. Maja schwamm bei fast allen Starts Bestzeiten und legte über 200m Lagen sogar eine Fast-Zehn-Sekunden-Bestleistung hin. Dafür gab es, wie auch über 50m Brust, den dritten Platz als Belohnung. Paula machte mit starken Zeiten über 50m Brust (über eine Sekunde schneller), 50m Schmetterling und 50m Freistil drei B-Final-Starts klar. Dort konnte sie ihre frischen Bestzeiten über 50m Brust und 50m Freistil sogar erneut auf 0:36,74 min bzw. 0:29,17 min steigern und erkämpfte sich damit den dritten bzw. zweiten Platz in der Juniorenwertung.

Konrad "Rhönrad" Röhringer schwamm über die 50m Brust an die 40-Sekunden-Marke heran und blieb über 50m Freistil in 0:29,38 min erstmals unter 30 Sekunden. Auch die übrigen Starts waren deutliche Verbesserungen. Philipp "Ziege" Ziegenbalg erkämpfte sich zwei Starts in den B-Finals und schraubte die 50m-Freistil-Bestmarke um sieben Hundertstel nach unten - vierter Platz bei starker Konkurrenz. Außerdem gab es über 50m Brust und Schmetterling neue Bestleistungen. Nicht zu vergessen Nora Flehmig (1998), die sich über 50m Rücken für das A-Finale qualifizierte und dort Dritte wurde, sowie über 100m Schmetterling ihre persönliche Bestmarke um über vier Sekunden steigerte.

Zum Erzgebirgsschwimmcup gehören natürlich auch die Staffeln über 4x50m Freistil und 4x50m Lagen. Der ersten Damenstaffel über 4x50m Freistil gelang in der Besetzung Paula Wachtel, Maja Rösner, Elisabeth Sittner und Nora Flehmig in 1:57,17 min die Titelverteidigung knapp vor der Mannschaft der Gastgeber aus dem Schwimmteam Erzgebirge und Aqua Berlin. Die zweite Mannschaft erreichte den fünften Rang. Bei den Männern erschwammen sich Benjamin Sohr, Niklas Oelschlägel, Tim Grunze und Philipp Ziegenbalg den dritten Platz in 1:49,09 min. Diesmal waren das ST Erzgebirge und Aqua Berlin schneller. Über 4x50m Lagen weiblich waren unsere Mädels (Nora Flehmig, Paula Wachtel, Elisabeth Sittner, Maja Rösner) erneut das Maß der Dinge und setzten sich in 2:11,57 deutlich vor Zwickau und Berlin durch. Die zweite Mannschaft mit Laura Sieber, Anja Große, Alina Krause und Linda Püschel wurde wieder Fünfte. Bei der Männerstaffel sorgte ein übermotivierter Start des Benjamin dafür, dass das Quartett disqualfiziert wurde und so der dritte Platz verloren ging. Mensch, Benson!

Wir waren ohne Ambitionen in der Mannschaftswertung gestartet und holten den achten Platz, ein durchaus ordentliches Ergebnis. Nach den letzten Siegerehrungen ging es dann noch auf die Reifenrutsche und auf der Rückfahrt zu McDonalds. Am Ende waren alle noch vor um zwölf wieder in der Heimat.

Im Bild: vier Hainsbergerinnen bei der Siegerehrung zur 4x50m-Lagen-Staffel