Sprint- und Staffelmarathon in Aue

Am Wochenende des 15/16.09.2018 nahm zum zweiten Mal eine Mannschaft des Hainsberger SV am Auer Wismutpokal teil. Im letzten Jahr noch als kurzfristiger Ersatz für die ausgefallenen Bezirkssprintmeisterschaften genutzt, war die Ak 14 damals als einzige anwesende Trainingsgruppe so begeistert vom Wettkampfprogramm, dass er dieses Jahr immerhin schon von den beiden ältesten Trainingsgruppen als Saisoneinstieg genutzt wurde. Auch bei der diesjährigen 14. Ausgabe brachte schon die Ausschreibung besonders die älteren Sportler ins Schwärmen. Alle 50- und 100m Strecken, Finals über die 50er und das besondere Highlight: Staffeln in allen Schwimmarten, d.h. anstatt nur den normalen Freistil- und Lagenstaffeln, werden in Aue auch Wettkämpfe über 4x50 Schmetterling, Rücken und Brust ausgetragen. Dort konnten besonders die Mädels im letzten Jahr ordentlich abräumen, und auch dieses Jahr wurde sich wieder akribisch an die Staffelplanung gesetzt. Schließlich sollte am Ende auch die Platzierung in der Mannschaftswertung stimmen.

Neu in diesem Jahr, durften wir in Aue in einer Grundschule übernachten, deshalb trafen sich die meisten Sportler Samstag früh in Wilsdruff zur gemeinsamen Fahrt. Gepäck und Sportler wurden in zwei Autos und einen Bus, gefahren von den älteren Sportlern und Trainer Niklas, verstaut und dann konnte es losgehen. Nach entspannter einstündiger Fahrt wurden die Autos inklusive Gepäck an der Schule geparkt und der kurze Weg zur Schwimmhalle zu Fuß zurückgelegt. Gegen elf Uhr hatte es dann auch der letzte geschafft, das Auto zu parken und den Weg zur Schwimmhalle zu finden, und trotz über alle Autos verteilter Taschen stand am Ende niemand ohne Badehose oder -anzug da. Auch die privat angereisten Sportler waren alle sicher angekommen. Das HSV-Team war also (fast) vollständig. Im Voraus gab es leider schon einige Abmeldungen, was die Aufstellung der Staffel für das Trainerteam zum ersten Stressfaktor des Tages machte, und auch unser Mannschaftsleiter Konrad konnte seinen Posten aufgrund einer Trainersitzung auf dem Rabenberg erst ab dem Abendbrot einnehmen.

Trotzdem ging es für die Hainsberger gut los: Die Sitzplätze vom letzten Jahr wurden gesichert, 18 Staffelmeldungszettel abgeholt, und Trainer Niklas absolvierte erfolgreich seine erste Mannschaftsleitersitzung, während die Sportler sich im engen Becken der relativ kleinen Auer Halle gemütlich einplanschten. Doch auch nach Wettkampfbeginn lief es im Wasser gut: In den ersten Wettkämpfen konnte fast jeder der angetretenen Hainsberger Sportler auf seinen Strecken Punkte für die Mannschaftswertung sammeln. Außerdem wurden auch viele gute Podestplatzierungen erzielt. Doch am liebsten standen die Sportler an diesem Wochenende nicht auf dem Podest, sondern daneben. Als 4. hat man in Aue nämlich nicht den "undankbaren" Platz, sondern den allerbesten: der Preis sind Gummibärchen! Besonders die Ak 14 nahm sich das Sammeln der Tüten zur Aufgabe, und so gab es am Ende für die Großen 14 mal Gummibärchen, welche dann in den Wettkampfpausen genüsslich verspeist, oder dem Trainer zur sicheren Aufbewahrung anvertraut wurden. Gegen Ende wurde es dann nochmal spannend: Drei Finals und die ersten Staffeln standen an. Die Männerfinals über 50m Schmetterling und 50m Rücken liefen leider ohne Hainsberger Beteiligung ab, aber über die 50m Freistil der Frauen konnte der HSV dann beweisen, dass er nicht nur gute Schwimmer dabei hat, sondern auch im Anfeuern top ist. Von der lautstarken Motivation der Teamkollegen angetrieben schwamm Nora Flehmig (1998) in 28,87 zum Sieg.

Kurz danach durfte sie zum dritten Mal an diesem Tag die 50m Freistil schwimmen, diesmal aber mit gemeinsam mit ihrer Staffel. Diese war aber nicht weniger erfolgreich. Die 1. Mannschaft gewann in der Besetzung Alina Krause, Anselina Peschke, Paula Wachtel und Nora Flehmig in 1:59,93. Die zweite Mannschaft mit Sina Broßmann, Sarah Dreier, Anja Große und Maja Rösner schaffte es immerhin auf den 5. Rang von 12 Mannschaften (Zeit: 2:13,93). In den danach stattfindenden Rückenstaffeln sah es ähnlich aus: Die erste Mannschaft (gleiche Besetzung) gewann erneut in 2:22,50, die zweite Mannschaft (Besetzung gleich; Lotte Thümmel startete anstatt Sarah Dreier) wurde in 2:39,94 Sechster.

Auch die Jungs schafften respektable Ergebnisse, wenn auch (wie im letzten Jahr) nicht ganz so überragend wie die Mädels. Hier wurde die erste Mannschaft in beiden Wettkämpfen 3. (Besetzung: Niklas Oelschlägel, Konrad Röhringer, Maxim Fritsche, Philipp Ziegenbalg). Die zweite Mannschaft erreichte in 4x50m Rücken (Enrik Owe Jannaschk, Luca Rödig, Moritz Neumann, Moritz-Joy Schmidt) in 2:42,90 den 6. Platz, über 4x50m Freistil schafften sie in gleicher Besetzung (Tom Brottka schwamm für Luca Rödig) in 2:15,44 den 7. Platz.

So konnte sich der HSV mit vier verschiedenen Staffelpokalen, guten Platzierungen und einigen Bestzeiten zum Übernachten aufmachen. Dort auch endlich mit dem schmerzlich vermissten Konrad wiedervereint, wurden die Schlafquartiere aufgeschlagen, sich über ein leckeres Abendbrot hergemacht, und dann ließ man den Abend gemütlich bei einem kleinen Plausch mit mit Aue-Trainer Philipp und ein paar spaßigen Runden "Nachts-in-Palermo" ausklingen. Während die alten dann noch vor Mitternacht erschöpft in ihre Schlafsäcke krochen (oder noch Raupen nachspielten...aber Konrad musste ja auch nicht schwimmen), hatten die jüngeren scheinbar noch viel Energie übrig, denn auch nachts um 3 war in ihrem Zimmer keine Ruhe eingekehrt. Das veranlasste Konrad als ausgeruhten Trainer dazu, für eine ordentliche Runde Straf-Morgensport früh aufzustehen und die Energiebündel auf dem Schulhof Runden rennen zu lassen. Von deren Getrampel wurden dann auch die Älteren wach, und nach ein bisschen Schadenfreude und einem ausgiebigen Frühstück waren alle (mehr oder weniger) bereit für den zweiten Wettkampftag.

Auch hier bestritt jeder erstmal wieder einzeln seine Strecken, bis sich dann gegen Mittag alle bei den Finals wieder versammelten. Dieses Mal in jedem der drei Finals vertreten, waren die Hainsberger mal wieder die lautesten in der Halle. Nora Flehmig legte über 50m Rücken erneut mit einem 1. Platz vor, darauf folgten Philipp Ziegenbalg (2002) über 50m Freistil, und Anja Große (1998) über 50m Brust. Als 5. gerade so ins Finale gerutscht konnten beide mit Hilfe der Motivationsarbeit des Teams noch einen Platz gutmachen und landeten am Ende auf dem 4. Platz. Oder um es in den Worten anonymer AK-14 Sportler zu sagen: Gummibärchen! Geil! In der folgenden 4x50m Schmetterlingstaffel erstmal ein kleiner Dämpfer: die 1. Mannschaft der Jungs wurde aufgrund eines falschen Staffelwechsels disqualifiziert. Dadurch rutschte immerhin die 2. Mannschaft mit Moritz Neumann, Enrik Owe Jannaschk, Nick Pauer und Tom Brottka auf Platz 4 vor: nochmal Gummibärchen! Dies schaffte auch die zweite Mannschaft der Mädchen (Aufstellung wie bei Rücken), während die erste Mannschaft erneut den 1. Platz belegte.

Nach der Mittagspause, die die meisten Sportler bei tollem sonnigen Wetter draußen verbrachten, kamen zwar nicht mehr viele Wettkämpfe, aber trotzdem mussten die Hainsberger sich nochmal anstrengen, denn schließlich musste man ja auch die Gesamtwertung im Blick behalten. Bis zum letzten Wettkampf wurden fleißig Punkte gesammelt: Paula Wachtel (2002) konnte sich im Finale über 50m Schmetterling einen weiteren 4. Platz (und damit weitere Gummibärchen) sichern. Auch die Staffeln schlugen nochmal zu: Die Damen schafften es über 4x50m Brust sogar zweifach aufs Podest (1. & 3. Platz), während die Jungs sich den 3. und den 5. Platz sicherten.

Schließlich blieb allen nur noch eine letzte Strecke: die als "Finale" der Mannschaftswertung ausgetragene 8x50m Lagenstaffel. Im ersten Lauf legte die 2. Mannschaft mit Moritz Neumann (R), Sina Broßmann (B), Nick Pauer (S), Tom Brottka (F), Lotte Thümmel (R), Anja Große (B), Maja Rösner (S) und Luis Feyer (F) eine Zeit von 5:11,20 vor. Dies reichte am Ende für den 6. Platz. Für die erste Mannschaft hieß es jetzt nur noch, den SC Riesa auf Abstand zu halten, um nicht in der Mannschaftswertung noch auf den 4.Platz abzurutschen. Am Ende wurden Philipp Ziegenbalg (R), Anselina Peschke(B) , Paula Wachtel (S) , Alina Krause (F), Nora Flehmig (R), Maxim Fritsche (B), Niklas Oelschlägel (S) und Konrad Röhringer (F) hinter der Mannschaft aus Wittenberg 2. und sicherten sich so auch den Podestplatz in der Mannschaftswertung. Besser waren nur die Gastgeber aus Aue und der SV 1919 Grimma, welche beide vor allem in den jüngsten Altersklassen besser aufgestellt waren.

Somit war ein ereignisreiches Wochenende mit einem wahren Marathon an Starts (bis zu 13 Starts pro Sportler) geschafft, und alle konnten erschöpft, aber zufrieden abreisen. Auch wenn einige der Zeiten noch zu wünschen übrig ließen, war der Auer Wismutpokal doch ein gelungener Saisonauftakt, der für Teamgeist, Motivation für die nächsten Wettkämpfe, ein paar schicke neue Trophäen im HSV-Schrank und vor allem sehr viel Spaß gesorgt hat. Und ein paar Bestzeiten, Medaillen und Gummibärchen sind nebenbei auch noch rausgesprungen.

Auf eine tolle neue Saison!

Im Bild: Daumen hoch für den 14. Auer Wismutpokal